Sofort,
nachdem wir uns entschieden hatten, wieder mal in die USA
zu reisen, habe ich beschlossen ab Anfang September mit der
Reisevorbereitung zu beginnen. Ich wollte den Weg planen,
alle Reiseführer durchlesen und im Allgemeinen ein bißchen
mehr über Utah erfahren. Ich habe aber nicht vorausgesehen,
dass ich in der Arbeit so eine streßige Zeit haben werde,
so dass es mit den Vorbereitungen nicht so richtig geklappt
hat. Ich habe ein bißchen gelesen, die Karten durchgeschaut
und schließlich beschlossen, dass wir die Entscheidungen
spontan treffen werden.
Das einzige was fest eingeplant war, war der late Check-in,
weil unser Flieger leider schon um 6:20 morgens losflog.
Also ein Tag früher, am 16. September, nachdem wir den
ganzen Kram zusammen gepackt hatten, sind wir zum Flughafen
gefahren. Leider haben wir am Lufthansa – Schalter
erfahren, dass unser Flug von United ausgeführt wird und
wir nicht einchecken können, weil die amerikanischen
Vorschriften verlangen, dass das Gepäck direkt vor dem
Abflug durchleuchtet wird. Es ist uns also nichts anderes
geblieben als zurück nach Hause zu fahren. Natürlich hatten
wir keinen Bock die schweren Koffer wieder in die vierte
Etage zu schleppen und so haben wir uns entschlossen sie im
Auto, in der Garage zu deponieren.
Nach einer kurzen Nacht ist es uns irgendwie gelungen
aufzustehen und glücklich am Flughafen anzukommen. Den Flug
nach Frankfurt und dann nach Chicago kann ich nicht
beschreiben, weil wir die ganze Zeit geschlafen haben.
Dafür war der Flug von Chicago na Las Vegas ein Wunder –
der Himmel war wolkenfrei und wir konnten aus dem Flugzeug
die felsige, von Schluchten durchgezogene Landschaft sehen.
Schon in Chicago hat es sich herausgestellt, dass eins von
unseren Gepäckstücken nicht angekommen ist und zwar der
Stuhl. In Las Vegas mussten wir also den Verlust anmelden
und erst dann konnten wir endlich ins Hotel.

Wir haben im Hotel Luxor gewohnt, das die Form einer
Pyramide hat und mit ägyptischen Ornamenten geschmückt ist.
Vor dem Eingang steht eine große Sphinxreplik und drin kann
man sich sogar Mumien anschauen. Auf der Suche nach der
Rezeption haben wir uns im Kasino zwischen Hunderten von
Automaten verwirrt. In jedem Hotel in Las Vegas hört man
schon am Eingang das Klingeln der Automate und sieht eine
große Menschenmenge. Nach dem wir einige besucht hatten,
haben wir festgestellt, dass wir in jedem Kasino irgendwie
die Orientierung verlieren. Nachdem wir endlich die
Rezeption gefunden hatten, haben wir uns für ein Zimmer in
der Pyramide entschieden – zur Wahl standen noch Zimmer in
den zwei Türmen, die zum Hotel gehören.

Auf der Suche nach dem Fahrstuhl haben wir natürlich wieder
den Weg verloren.
Das Zimmer war typisch amerikanisch – mit zwei Riesenbetten
und mit Blick auf das Nachbarhotel – Excalibur, das die
Form eines mittelalterlichen Schlosses hat. Gerade waren
wir im Zimmer und schon klingelte das Telefon – ein Freund
von Micha, der gerade auch in Las Vegas war, hat sich
gemeldet. Uns blieb also nur ein bißchen Zeit für eine
schnelle Dusche und schon klopfte der Peter. Zusammen sind
wir dann sofort auf den Strip – die Hauptstraße von Vegas
losgezogen. Zuerst haben wir die Galerien neben dem Hotel
Paris Paris besucht. Sie sind eigentlich eine komplette
Stadt unterm Dach. Die Strassen sind den echten täuschend
ähnlich, der Himmel, die Bäume, die Geschäfte usw. bilden
eine verblüffende Illusion der Wirklichkeit, man muss sie
immer wieder anfassen, um sich zu überzeugen, dass man in
einer Stadt aus Pappe ist. Danach sind wir zu unserem
Lieblingshotel Belaggio gegangen – vor dem Hotel ist ein
großer Wasserbecken, der eine Kopie des Como - Sees sein
soll.
Auf dem Wasser werden alle paar Minuten Vorstellungen aus
Licht und Wasser gezeigt. Wasserbrausen verschiedener Art
spritzten zur Musik, die meisten Lieder haben natürlich das
wunderbare Amerika gelobt. In Belaggio waren wir in einem
italienischen Restaurant, das für Amerika ziemlich
untypisch war: die Essenmengen waren nicht so riesig und
ziemlich elegant dargeboten. Danach waren wir schon so
müde, dass wir nur vom Bett geträumt haben, besonders weil
wir am nächsten Tag schon um 6:30 aufstehen mussten.
Irgendwie ist es uns gelungen am nächsten Morgen
aufzustehen, unser Gepäck zusammen zu sammeln und das
Hotel, ohne eine stündliche Kasino – Tour zu verlassen.
Inzwischen haben wir erfahren, dass unser verlorener Stuhl
noch nicht angekommen ist. Mit der Wohnmobil – Übernahme
klappte alles bestens. Da wir schon Erfahrung hatten, haben
wir alles ganz schnell erledigt und zu unserer Überraschung
ein größeres Auto bekommen, als wir bestellt haben.

Der Wagen war knapp 10 Meter lang und in zwei Zimmer
unterteilt. Nach der Übernahme sind wir direkt zum nächsten
Wal - Mart gefahren, wo wir frühstücken und einkaufen
wollten. Der Einkauf sollte ziemlich groß sein, weil wir
erstens die ganzen Standardsachen, wie Spülmittel und
Klopapier kaufen mussten und zweitens erwarteten wir, dass
wir durch eine Konsumptionswüste fahren werden. Nach dem
Einkauf, sind wir noch zu dem uns vom letzten Besuch
bekannten, Factory Outlet gefahren. Ich hatte vor, mir
endlich Wanderschuhe zu kaufen und es ist mir auch gelungen
welche zu finden. Danach konnten wir endlich aufbrechen und
unsere Reise beginnen.